Über kitz|selig
kitz|selig ist unser kleines Weinprojekt zwischen Kitzingen und Marktsteft. Ein Rehkitz im Namen, weil es zu unserer Heimat passt. Und „selig“, weil Wein genau das manchmal darf: einen Moment leichter machen, Menschen zusammenbringen und ein kleines Stück Glück schenken.
Hinter kitz|selig stehen wir: Michael Meier und Julia Meier-Wende. Michael ist der Planer, Denker und Allrounder. Julia ist die gute Seele mit Blick fürs Detail und gleichzeitig mit einem sehr klaren Verständnis dafür, was draußen im Weinberg wirklich gebraucht wird. Dazu kommt unsere Familie, die uns tatkräftig unterstützt und dieses Projekt mitträgt.
Unser Weinberg ist kein großes, maschinell perfektes Weingut. Er ist rund 2.250 Quadratmeter groß, liegt auf Marktstefter Gemarkung zwischen Kitzingen und Marktsteft und verlangt viel Handarbeit. Genau das macht ihn für uns besonders.
Warum wir den Weinberg übernommen haben
Der Auslöser kam eigentlich ganz einfach: Wir waren einige Male bei Freunden im Weinberg und Michael war sofort fasziniert. Von der Arbeit, von den Reben, von der Ruhe, aber auch davon, dass hier etwas entsteht, das man später mit anderen Menschen teilen kann.
Als wir hörten, dass der Weinberg in der Familie verkauft werden sollte, war schnell klar: Jetzt oder nie. Wir wollten nicht, dass dieses Stück Land an jemand Fremden geht. Wir wollten es erhalten, weiterführen und vielleicht irgendwann auch der nächsten Generation mitgeben, sofern sie daran Freude hat.
Für uns war der Weinberg auch ein Gegenstück zum Alltag. Raus aus dem Bürojob, rein in die körperliche Arbeit. Boden bearbeiten, Reben pflegen, mähen, schneiden, nachpflanzen, lernen. Vieles mit der Hand, mit Sense, Fräse und klassischen Handmaschinen. Es ist Arbeit, aber eine, die erdet.
Unser Weinberg: klein, ehrlich und voller Handarbeit
Der Weinberg war bei der Übernahme gepflegt, aber er ist nicht bequem. Große Maschinen kommen dort kaum zum Einsatz. Viele Arbeiten müssen von Hand erledigt werden. Es gab kleinere Reparaturen, einige Reben mussten nachgepflanzt werden und vor allem mussten wir lernen, was ein Weinberg im Jahresverlauf wirklich braucht.
Genau diese Nähe macht kitz|selig aus. Wir stehen selbst hinter dem, was wir tun. Wir wissen, wie viel Arbeit in jeder Flasche steckt. Und wir merken immer wieder, wie besonders es ist, wenn Kunden genau das verstehen und unsere Weine nicht nur trinken, sondern auch die Geschichte dahinter sehen.
Unsere Weine
Bei kitz|selig wachsen Müller-Thurgau, Silvaner und Rieslaner. Jede Rebsorte hat ihren eigenen Charakter, aber der Müller-Thurgau ist für uns besonders eng mit unserer Geschichte verbunden.
Er ist solide, trägt reichlich und ist auf seine Art verlässlich. Aber er ist auch ehrlich: Wenn man sich vertut und ihm nicht genug gibt, dann zeigt er es. Dann verbrennt er. Nicht, weil er schwierig sein will, sondern weil man selbst einen Fehler gemacht hat. Vielleicht ist er gerade deshalb unser Wein. Und vielleicht ist er auch deshalb unser Kassenschlager.
2023 haben wir außerdem einen Secco aus unseren Silvanertrauben ausprobiert. 2024 entstand aus der schwierigen Ernte ein Not-Cuvee aus allem, was noch da war. Auch das gehört zu unserer Geschichte: Wein ist nicht planbar wie ein Produkt aus dem Regal. Wein ist Natur, Wetter, Erfahrung, Glück und manchmal auch Demut.
Unsere Geschichte seit 2022
2022: Alles lernen, wirklich alles
2022 war unser Startjahr. Wir mussten von Grund auf lernen, was es heißt, einen Weinberg zu bewirtschaften. Wann muss der Boden bearbeitet werden? Wann ist Hauptsaison? Welche Arbeiten dulden keinen Aufschub? Wie kommen wir an Kunden? Welche Feste passen zu uns? Und wie hoch dürfen Produktionskosten eigentlich sein, damit das Projekt langfristig tragfähig bleibt?
Es war der Beginn eines Weges, bei dem uns schnell klar wurde: Weinbau ist nicht romantisch im Sinne von einfach. Aber er ist unglaublich erfüllend, wenn man bereit ist, ihn ernst zu nehmen.
2023: Erste eigene Ideen
2023 haben wir begonnen, eigene Züge in unser Projekt zu bringen. Wir haben bei den Weinen variiert, erste Dinge ausprobiert und unsere Kundschaft besser kennengelernt. Besonders schön war für uns zu sehen, welche Freude eine einzelne Flasche auslösen kann, wenn Menschen verstehen, wie viel Energie, Handarbeit und Herz darin steckt.
In diesem Jahr entstand auch unser Secco aus Silvanertrauben. Ein Versuch, der gut zu kitz|selig passt: fränkisch, aber modern. Genussvoll, aber nicht steif.
2024: Das Jahr, das wehgetan hat
2024 war für uns ein extrem schwieriges Jahr. Ein später Frost traf den Weinberg hart. Zwar kam später eine zweite Blüte, doch diese war anfällig. Beim Pflanzenschutz waren wir nicht perfekt eingestellt und ein großflächiger Peronospora-Befall sorgte dafür, dass am Ende statt rund 1.800 Flaschen nur 177 Flaschen übrig blieben.
Das waren gerade einmal etwa zehn Prozent einer normalen Jahresproduktion. So ein Jahr tut weh. Nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich. Wir konnten unsere Produktionskosten bei weitem nicht reinholen.
Gerade deshalb bedeutet uns jeder einzelne Kunde viel. Jeder Kauf, jede Empfehlung und jedes ehrliche Interesse hilft uns, dieses Projekt weiterzuführen. Dafür sind wir wirklich dankbar.
2024 war aber nicht nur schwer. Wir sind zurück nach Kitzingen gezogen, unser Kind wurde geboren und wir mussten unseren Kundenkreis ein Stück weit neu aufbauen. Aus München zurück nach Kitzingen: Das war ein Umbruch. Gleichzeitig wurden wir hier unglaublich gut aufgenommen. Neue Kontakte entstanden, Freundschaften wuchsen. Manche Freunde wurden Kunden, und manche Kunden wurden Freunde.
Außerdem durften wir erstmals auf Weihnachtsmärkten ausstellen, darunter beim Sternenzauber in der Kitzinger Siedlung. Für uns war das ein wichtiger Schritt.
2025: Mehr Kontakte, mehr Veranstaltungen, mehr Mut
Nach dem schwierigen Jahr 2024 haben wir 2025 weitergemacht. Mit mehr Kontakten, mehr Veranstaltungen und noch mehr Entschlossenheit. Neben dem Sternenzauber in Kitzingen kam der Weihnachtsmarkt in Marktsteft dazu. Die Umsätze stiegen wieder und der Ertrag war sehr gut.
Kurz vor Ende der Saison boten uns zwei Marktstefter Winzer ihre Weine an. Wir haben diese Weine eingekauft und mitvermarktet, weil wir wussten, wo die Trauben herkommen und wer dahintersteht. Es war uns eine Freude, hier faire Möglichkeiten zu schaffen.
Spätestens da war klar: 2026 muss unser Jahr werden. Mehr Veranstaltungen, größere Events, mehr Energie. Einfach Vollgas. Kein Weg zurück.
2026: Das Jahr des Ausbaus
2026 ist für uns ein Jahr des Umbruchs und Ausbaus. Wir haben rund 1.200 Liter Wein, also deutlich mehr, als wir selbst trinken könnten. Deshalb gehen wir stärker raus: zu den Menschen, auf Veranstaltungen und direkt in die Erlebnisse.
Wichtige Stationen sind und waren für uns der Kitzinger Frühling, das Kitzinger Weinfest, das Marktstefter Hafenfest, der Martinsonntag, der Sternenzauber in der Kitzinger Siedlung und der Marktstefter Weihnachtsmarkt.
Gleichzeitig bringen wir unsere Kunden näher an uns, unsere Weine und unsere Weinberge heran: mit Weinwanderungen, Junggesellenabschieden, mobilen Weinproben und Erlebnissen rund um fränkischen Wein. Preislich bewusst fair, aber immer mit viel Liebe umgesetzt.
Was kitz|selig heute ausmacht
Wir möchten keinen 08/15-Wein verkaufen. Wir möchten Erlebniswein schaffen. Wein, der nicht nur im Glas stattfindet, sondern auch draußen zwischen den Reben, bei einer Weinwanderung, auf einem Fest, bei einer mobilen Weinprobe oder in einem Gespräch mit Menschen, die sich wirklich dafür interessieren.
Unsere Gäste sollen Heimat, Genuss, Humor, Natur, Nähe und moderne fränkische Weinkultur erleben. Sie sollen verstehen, wo Wein herkommt, wie viel Arbeit darin steckt und warum jede Flasche ihre eigene Geschichte hat.
Wir sind keine anonyme Marke. Wir sind Menschen, eine Familie, ein kleines Projekt mit viel Handarbeit und viel Herz.
Mehr über Wein, Franken und kitz|selig
Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet in unserem Blog weitere Einblicke rund um Wein, Franken, Genuss und unsere Erlebnisse. Dort erzählen wir mehr über das, was uns bewegt, was wir lernen und was man rund um fränkischen Wein entdecken kann.
Entdecke unsere Weine
Wenn du kitz|selig kennenlernen möchtest, beginnt der beste Weg oft mit einer Flasche Wein. Oder mit einem Erlebnis zwischen Reben. Wir freuen uns über jeden Menschen, der unser Projekt begleitet, unsere Weine probiert oder uns auf einer Veranstaltung besucht.
Denn für uns ist jede Flasche mehr als ein Produkt. Sie ist ein Stück Arbeit, ein Stück Familie, ein Stück Franken und ein kleines Stück kitz|selig.